9. Meisterschaftsrunde 2. Mannschaft

Matchbericht der Unihockeyrunde vom Sonntag, 9. April 2017

Die Vögel zwitschern, die Blumen spriessen, ein herrlicher Grillduft liegt in der Luft, der Frühling ist da! Auch wenn das Wetter am heutigen Sonntag eher zu einem Bierchen im Garten einlädt, besammelt sich die Mannschaft von Leuenberger zum letzten Mal in dieser Saison in Niederbuchsiten. Die Spieler und die Fans werden dieser Spielzeit nicht lange nachtrauern, sie war geprägt von Niederlagen und Abstiegsangst. Getreu dem Spruch „Mal verliert man, mal gewinnen die anderen“ hat man die ersten Spiele bestritten. Doch heute sind wir nicht hier, um über dieses enttäuschende Jahr zu philosophieren, heute sind wir da, um die stärkeren Leistungen seit Neujahr zu bestätigen!

Die Motivation ist den Spielern ins Gesicht geschrieben. Zum einen liegt das bestimmt am heutigen Derby gegen die wilden Tiger aus Härkingen, auch wenn das vorerst das letzte Derby gegen sie sein wird, aber zum anderen liegt das sicherlich auch an den prächtigen neuen Spielkleidern. Pünktlich zum Abschluss der Saison konnte das neue Trikot des UH Kestenholz-Niederbuchsiten fertig gestellt werden und vier Punkte wären doch ein schönes Dankeschön an die Sponsoren.

Aber bedanken können wir uns ja noch mit einem Foto oder einer Flasche Wein, jetzt ist Derbyzeit!

Wild Tigers Härkingen-Gäu vs. Unihockey Kestenholz-Niederbuchsiten II

Wer je ein Spiel des UHKN gegen die Wild Tigers gesehen hat, weiss wie viele Emotionen in diesem Derby stecken. Strafen, überharter Einsatz und auch ein paar weniger nette Worte sind an der Tagesordnung. Das Hinspiel ging unentschieden und mit satten vier Strafen gegen die Kestenholz-Niederbuchsiter aus, das reicht heute aber nicht! Heute will man zeigen, warum nicht die Truppe von Coach Leuenberger, sondern die Härkinger, die Sonntage der nächsten Saison in der 5. Liga verbringen müssen.

Nicht nur wir, nein auch der Verband des Schweizer Unihockeys ist sich bewusst, dass dieses Derby auch als Risikopartie gilt. Aus diesem Grund schicken sie mit Franz Salzmann einen erfahrenen Referee nach Reiden. Salzmann gilt als äusserst korrekter Schiedsrichter, der sich seiner Linie treu bleibt und auch nicht mit sich reden lässt. Ist er der richtige Mann für dieses Spiel? Der erste Eindruck sagt Ja! Schon vor dem Spiel nimmt er sich die beiden Kapitäne zur Seite und macht ihnen klar, wie er pfeift und wie sich die Spieler zu verhalten haben. Ob er aber auch einem Gäuer-Derby gewachsen ist? Wir werden sehen…

Leuenberger ist normalerweise ein Mann von vielen und vor allem weisen Worten. Heute kann aber auf das „viel“ getrost verzichtet werden. Jeder Spieler weiss, warum er heute nach Reiden gefahren ist und das ist bestimmt nicht (nur) wegen dem anschliessenden Abschlussessen. Also zählt er auf seine weisen Worte, die wären „ruhig“, „konzentriert“ und „unser Spiel durchziehen“.

Das Spiel beginnt etwas sehr ruhig, beinahe schläfrig. Der UHKN ist für einmal die läuferisch stärkere Mannschaft, aber diesen Vorteil scheinen sie vorerst nicht auszunutzen. Mit dieser Spielweise schiessen sich die Kestenholz-Niederbuchsiten gar fast selbst ins Bein! Hürlimann muss vermehrt retten, die Jungs scheinen mit dem Kopf noch nicht bei der Sache zu sein! Doch ein hervorragen umgesetzter Spielzug bringt uns dann doch noch die Führung! Bürgi spielt aus der Verteidigung auf Ackermann, der zieht an der Seitenlinie zwei Gegenspieler auf sich, kann den Ball zur Mitte schieben und da steht dieser Bürgi auch schon wieder! Wie im Training würde man sagen, doch der Torschütze war schon seit Wochen nicht mehr auf dem Trainingsgelände anzutreffen. Seitens Verein gibt es keine weiteren Kommentare dazu und auch ich möchte nicht mit Gerüchten um mich werfen. Viel lieber gehe ich in Gedanken noch einmal diesen sauber herausgespielten Führungstreffer durch. Mit diesem Tor scheint auch der Bann gebrochen zu sein. Wie von den Wettbüros erwartet, hat der UHKN das Spiel nun im Griff und erspielt sich die eine oder andere Chance, ohne Härkingen gefährlich werden zu lassen. Getreu dem Spielverlauf kann Kohli, nach erneutem Assist von Ackermann, zum 2:0 erhöhen. Mit diesem Spielstand geht es in die Pause.

Leuenberger scheint mit seiner Mannschaft zufrieden zu sein, kein Wunder, denn diese befolgt auch seine Anweisungen. Ohne grosse Worte pfeift Schiedsrichter Salzmann die Partie wieder an. Der Unparteiische hatte das Spiel im Übrigen voll unter Kontrolle und konnte jede heikle Situation entschärfen, da hat Bern den richtigen Mann geschickt! Doch zu Beginn der zweiten Hälfte wird das Spiel etwas ruppiger, es gibt viele Fouls und zum ersten Mal darf ein Härkinger auf der Strafbank Platz nehmen. Anscheinend hat sich bei den Wild Tigers viel Frust angesammelt und wahrscheinlich haben sie sich in diesem vorerst letzten Derby einiges vorgenommen. Diesen Frust bekommt Bürgi dann auch zu spüren! Nach einem Ballgewinn will sich der Verteidiger an der Seitenlinie durchsetzen und wird dann rüde über die Bande geschickt. Eine klare 2-Minuten-Strafe meint Salzmann. Aber meinen nicht die Härkinger, diese reklamieren, werfen dem Spieler sogar noch Theatralik vor! Genug für den Leitenden der Partei und er greift mit einer 10 Minuten-Strafe durch! Das Spiel gestaltet sich fortan hitziger, aber Leuenberger kann seine Leute wieder etwas beruhigen und so können sie ihr Spiel wieder aufziehen. Dadurch kann der UHKN sogar noch weiter erhöhen, Kälin spielt auf Uebelhard und dieser bringt den Ball in „Hügi-Manier“ im Tor unter. Auch Ingold darf sich noch in der Scorerliste eintragen. Ingold hat heute ein sehr gutes Spiel gespielt, verdrehte den Härkingern unzählige Male die Beine und nach einem Pass von Grütter, muss sich nun auch der Torwart geschlagen geben. 4:0, eigentlich ist alles gegessen. Dieser Gedanke macht wahrscheinlich auch unseren Jungs in den Köpfen breit. Auf einmal lässt man dem Gegner viel mehr Platz, wird extrem nachlässig! Das bestrafen dann schlussendlich auch die Härkinger Wild Tigers und zwar doppelt! Da steht es plötzlich noch 4:2, was Leuenberger zum Timeout zwingt. Es fallen deutliche Worte und die sind auch nötig, denn dieses Spiel dürfte eigentlich nicht einmal „nur“ knapp gewonnen werden. Nach der kurzen Auszeit kommt der UHKN wieder etwas auf die Beine und die Härkinger fallen in alte Muster zurück und kassieren erneut eine Strafe. Dieses Powerplay kommt gerade richtig, die Zeit ist auf unserer Seite. Den Ball lassen sie gekonnt durch die eigenen Reihen laufen und kurz vor Ablauf der Strafe zappelt das Netz, 5:2! Neben Bürgi schiesst heute auch das zweite Abwehrbollwerk einen Treffer, Wiemann lässt sich zurecht feiern! Die Wahrscheinlichkeit, dass diese beiden Verteidiger am gleichen Tag, sogar in der gleichen Partie treffen, ist etwa so gross wie die Gefahr, dass der Papst in einen Sexskandal verwickelt wird. Uns ist es aber egal, denn mit diesem Treffer sind die ersten zwei Punkte und der erste Derbysieg im neuen Spielgewand Tatsache. Gratulation!

Richenthal Cannibals vs. Unihockey Kestenholz-Niederbuchsiten II

Im zweiten Spiel wartet mit den Hausherren, den Richenthal-Cannibals, ein grösseres Kaliber auf die Gäuer. In der Videoanalyse vor dem Spiel zeigt Coach Leuenberger auf, was die Stärken des anstehenden Gegners sind. Allen voran: Geschwindigkeit. Eine Leistungssteigerung ist trotz des Sieges zwingend nötig, wenn man den zweiten Sieg nach Hause bringen will.

Wie befürchtet legen die Kannibalen los wie die Feuerwehr. Die Gäuer versuchen das Menschenmögliche um entgegen zu halten. Vom Spielstand her scheint das auch der Fall zu sein, aber Chancengleichheit sieht definitiv anders aus. Mit Glück und auch Können kann Henzirohs einen frühen Rückstand verhindern. Leider verläuft das Spiel nicht dem Motto „wer die Tore nicht macht, bekommt sie“, völlig verdient können die Richentahler die Führung erzielen. Als wäre ein Tor nicht genug, erhöhen sie kurz später auf 2:0. Eine Reaktion ist gefordert! Und die haben die Kestenholz-Niederbuchsiter auch parat. Kapitän Uebelhard spielt auf Jäggi und dieser lässt sich von den Rufen der Richenthaler Bank nicht beeinflussen und hämmert den Ball in die Maschen! Nun kommt eine Bitte in persönlicher Sache: Hat jemand den Torjubel aufgezeichnet? Wenn ja bitte ich euch inständig mir diesen weiterzuleiten. Herrlich dieser Jäggi! Aber der Unihockeyzirkus ist noch nicht beendet. Die dritte Linie greift tief in die Trickkiste, wenn ich schon nur daran denke, zittere ich vor Verblüffung. Ackermann steht an der Bande beim eigenen Tor und wird durch seinen Gegenspieler unter Druck gesetzt, jeder normale Spieler würde sich hinters Tor zurückziehen und zu einem neuen Angriff ansetzen. Nicht aber Ackermann, denn der weiss genau, was seine Mitspieler machen und so schlägt er einen hohen Ball quer durch die Halle, dieser erreicht Perriard, der sich von seinem Gegenspiel davongeschlichen hat. Was nun kommt, grenzt an Kunst. Perriard sieht, wie der Torwart auf ihn zu rutscht und wie sich eine ballbreite Lücke zwischen seinen Beinen aufmacht. Er nimmt die Schaufel etwas hoch, touchiert den Ball mit der Spitze und tunnelt doch tatsächlich den Goalie. Was für ein Tor! Da muss ich selbst beim Schreiben noch einmal kurz durchatmen. Dieser Treffer ist auch völlig zurecht der Schlusspunkt der ersten Halbzeit, 2:2.

Die Pausenansprache von Leuenberger ist kurz und knackig. Auch er hat scheinbar Schwierigkeiten Worte zu finden nach diesem Treffer. Er macht die Mannschaft noch einmal darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, den Gegnern keinen Platz zu lassen! Nach Wiederanpfiff ist das Spiel ausgeglichener. Der Tabellenzweite hat zwar erwartungsgerecht mehr Torchancen, aber die Gäuer stehen gut. Ab und zu gelingt es auch den Gästen, sich vor das gegnerische Tor zu spielen, aber ohne den Ball darin unter zu bringen. Doch die Kannibalen lassen nicht nach, unermüdlich spielen sie sich zum Tor von Henzirohs durch und so kommt was kommen musste, der Führungstreffer. Doch verloren ist noch nichts! Auch nach diesem Tor kann der UHKN gut mithalten. Man möchte sich nicht geschlagen geben! Aber leider ist gut, nicht immer gut genug und die Richenthaler können zum 4:2 erhöhen. Fünf Minuten vor Schluss setzt Leuenberger alles auf eine Karte. Vier Feldspieler heisst die Devise! Doch das geht mehr als nur schief! Die Gäuer scheinen keine Kraft mehr zu haben. Einfache Ballverluste sind die Folge und solche Fehler sind fatal, wenn das Tor freistehend ist. Schlussendlich steht es 7:2. Das Ergebnis stellt die Leistung des UHKN ein wenig in den Schatten, denn bis fünf Minuten vor dem Schlusspfiff hat man sich wacker geschlagen.

Ein kleiner Trost bleibt, denn aufgrund der Überziehtrikots, die der UHKN tragen musste, bleibt man im neuen Trikot ungeschlagen. So steht es jedenfalls im Wettbewerbsreglement! Und was auch noch eine Erwähnung wert ist: Keine Herrenmannschaft hat im neuen Trikot so viele Punkt wie das Zwöi!

Nach dem Spiel baten wir Traumtorschütze Perriard noch kurz um einen Kommentar zu seinem Tor:

«Für viele mögen meine Tricks kompliziert aussehen. Für mich sind sie simpel.»

Bescheidenheit klingt anders, aber wer braucht das schon, wenn man solch brillante Tore schiesst!

An dieser Stelle möchten wir uns noch bei allen Fans bedanken, die sich jeweils die Mühe gemacht haben, uns zu unterstützen! Besonders in dieser schwierigen Saison hat eure Unterstützung der Mannschaft viel Kraft gegeben.

Line Up:

Tor: Hürlimann, Henzirohs
Linie 1  Uebelhard, Erni, Kälin, Jäggi
Linie 2: Grütter Wiemann, Ingold, von Arx
Linie 3: Ackermann, Bürgi, Kohli, Perriard

Wild Tigers Härkingen-Gäu vs. Unihockey Kestenholz-Niederbuchsiten II 2:5 (0:2)
0:1 Bürgi (Ackermann), 0:2 Kohli (Ackermann), 0:3 Uebelhard (Kälin), 0:4 Ingold (Grütter), 2:5 Wiemann (Grütter)
Strafen: 2′ Perriard (Abstand)

Richenthal Cannibals vs. Unihockey Kestenholz-Niederbuchsiten II 7:2 (2:2)
2:1 Jäggi (Uebelhard), 2:2 Perriard (Ackermann)
Strafen: keine