3. Meisterschaftsrunde 2. Mannschaft

Im Vorfeld dieser Runde überschlugen sich die Ereignisse. Headcoach Leuenberger fällt aus, Bürgi muss an der Seitenlinie Platz nehmen und zum Schluss wird noch ein Passivmitglied reaktiviert. Doch eines nach dem anderen…

Etwa eine Woche nach der letzten Runde, in der die Gäuer die vierte Niederlage in Folge eingefahren hatten, machte Headcoach Leuenberger die Versprechung, wenn seine Männer in den nächsten sechs Spielen mindestens sechs Punkte holen, wird er an der Heimrunde im Anzug auflaufen. Getrieben von seiner Mannschaft setzt er sogar noch einen drauf! Pro mehr gewonnen Punkt, kommt etwas dazu, sei das eine Krawatte, ein Zylinder, man darf gespannt sein. Wenn das nicht genug Motivation ist, was hilft dann noch?!

Trotz all der Motivation muss der UH-KN noch einen Wehrmutstropfen hinnehmen, Bürgi erleidet ein Supinationstrauma am Ligamentum fibulotalare anterius, für die nicht-Mediziner unter euch: Er ist umgeknickt, riss sich die Bänder und fällt somit mehrere Wochen aus. Natürlich muss Bürgi irgendwie ersetzt werden und Leuenberger kontert diesen Schicksalsschlag mit einem Geniestreich. Er holt David Heini Horath aus seinem Ruhestand! Für die wenigen, die bei Horath nicht sofort an seine sagenhafte Tore und seine heroischen Rettungsaktionen denken: „Hösi“, wie er liebevoll von seinen Fans genannt wird, spielte letzte Saison noch bei unserer ersten Mannschaft, wollte sich dann jedoch auf seine Karriere konzentrieren und gab seinen Rücktritt bekannt. Doch er kehrte zurück, Leuenberger sei Dank!

Ach da war ja noch was… Einen weiteren Ausfall mussten die Kestenholz-Niederbuchsiter kurz vor der Runde noch hinnehmen. Headcoach lag mit einem mulmigen Magen und Kopfschmerzen flach. Dabei appelliert er doch immer an eine seriöse Rundenvorbereitung, naja. Studer, der Trainer der bisher ein wenig erfolgreicheren ersten Mannschaft, vertrat Leuenberger an der Seitenlinie. Trotz der turbulenten Tage vor dieser Runde sind die Gäuer äusserst gewillt, heute einen Schritt näher an Leuenberger im Anzug zu kommen.

UH Kestenholz-Niederbuchsiten II vs. Unihockey Schüpfheim II

Nie in unserer Zeit als Schreiberlinge im Diensten des UH-KN hätten wir daran gedacht das Wort „Kellerduell“ jemals in einen unserer Beiträge zu integrieren. Doch heute ist es soweit und wir hoffen schwer, dass es sich dabei um eine Ausnahme handelt!

Wie auch Leuenberger fordert Interimscoach Studer einen gepflegten Spielaufbau und zwar von Anfang an. Und auch wie bei Leuenberger kassieren wir das erste Tor. Am Trainer scheint es also zu Beginn nicht zu liegen. Nach diesem Tor folgte eine Überzahlsituation für die Gäuer, doch man weiss diese nicht auszunutzen. Erst im Nachhinein netzt Ackermann, der seinem eigenen Schuss energisch nachgeht, zum Ausgleich. Dieser Treffer scheint Kräfte und insbesondere Wille entfesselt zu haben, die seit Beginn der Saison fehlten. Der Rückkehrer Horath kann sich nach einem Pass von Flury durchsetzen und trifft zum gefühlt ersten Mal diese Saison zur Führung. Kurze Zeit später erhöht Uebelhard zum 3:1. Völlig entfesselt spielen die Gäuer drauf los und plötzlich scheint es zu funktionieren, Ackermann spielt auf den freigelaufenen Häfeli und der erhöht weiter zum 4:1. Diese Kombination geht auch anders, Häfeli auf Ackermann und plötzlich steht es 5:1. Die Fans, die die Mannschaft auch nach den Eröffnungsniederlagen lautstark mit Gesängen begleitet, werden endlich belohnt. Die Schüpfheimer wollen reagieren und nehmen gegen Ende der ersten Halbzeit ein Timeout. Man merkt natürlich sofort, dass sie den Gäuern damit den Wind aus den Segeln nehmen möchten. Was ihnen leider auch gelingt, sie kommen auf 5:2 ran und erhalten sogar noch eine Überzahlsituation, weil sich Ackermann nicht anders als mit einem Stockschlag zu helfen weiss. Doch bis zur Pause hält man dicht und geht, Überraschung, mit einem 5:2 in die zweite Hälfte.

Die zweite Halbzeit startet wie die erste aufgehört hat. Horath gerät in ein Handgemenge mit dem Gegner und beide werden mit einer 2-Minuten-Strafe bestraft. Entgegen den allgemein bekannten Regeln lässt der Schiedsrichter allerdings weiterhin drei gegen drei Feldspieler spielen. Wer Uebelhard kennt, der weiss, dass er immer für ein Tor gut ist. Nach einer sauberen Balleroberung tankt er sich auf der Seite durch und bringt den Ball im Tor unter. Die zweite Hälfte verläuft nach diesem Tor relativ ruhig, es gibt deutlich weniger Torschüsse auf beiden Seiten. Doch die Gäuer kommen noch einmal in den Genuss einer Überzahlsituation. Die zweite Linie versucht die Abwehr zum siebten Mal in diesem Spiel zu knacken. Ackermann spielt den Ball auf Perriard, der legt ihn gekonnt in die Mitte und da steht Ingold und schiebt denn Ball ein als hätte er nie etwas anderes gemacht. Zum Abschluss darf sich auch Flury noch einmal auf der Strafbank ausruhen. Abschliessend lässt sich sagen, dass die Gäuer ein schnelles, intensives, hochstehendes Spiel – wahrscheinlich war es sogar ligaweit das beste der laufenden Meisterschaft – mit 7:2 gewonnen haben.

Studer auf die Frage, warum die zweite Mannschaft erst jetzt die ersten zwei Punkte nach Hause bringen konnten:

«Die 2. Mannschaft hat das gleiche Problem wie ein alter Dieselmotor. Sie brauchen eine längere Aufwärmphase um Betriebstemperatur zu erreichen.»

 

 UHC Pinguin Schötz vs. Unihockey Kestenholz-Niederbuchsiten II

Man muss kein Sportexperte sein um zu sehen wie motiviert die Kestenholz-Niederbuchsitener im zweiten Spiel sind. Das macht ja richtig Spass beim Zuschauen! Am Anfang ist es insbesondere die zweite Linie mit Häfeli, der heute die Mannschaft zusätzlich unterstützt, die den Pinguinen ordentlich Feuer unter dem Hintern machen. Bereits in den Anfangsminuten vergibt aber Ackermann zwei Topchancen und auch Häfeli trifft nur den Torrahmen. Doch wie sagt man so schön: Wer seine Chancen nicht nutzt… Doch nichts da! Hürlimann legt einen mirakulösen Save hin und im direkten Gegenzug legt Uebelhard auf Grütter auf und der erzielt das hochverdiente 1:0. Die ersten zehn Minuten der ersten Halbzeit wird regelrecht durch die Gäuer dominiert, doch an der Chancenverwertung müssen sie arbeiten. Auch die erste und die dritte Linie vergeben weitere Grosschancen. Die Pinguine wirken zwar sehr dynamisch, aber der UHKN steht sehr sicher und legt ein diszipliniertes Abwehrverhalten an den Tag. Von Zeit zu Zeit kommen jedoch auch sie zu Chancen, aber Hürlimann scheint heute einfach nicht zu überwinden. Bärenstark! Aber das vorhin erwähnte Zitat zeigt dann doch, warum es so oft verwendet wird. Nach einem klaren Stockschlag, der nicht geahndet wurde können die Pinguine aus Schötz den Ausgleich erzielen. Die Teams trennen sich also mit einem 1:1 in die Pause, ein Ergebnis das nur auf die ungenügende Chancenverwertung zurückzuführen ist. Von ganzen 19 Schüssen auf den Kasten der Pinguine konnte nur einer verwertet werden. Studer meldet sich folgendermassen zur ersten Halbzeit:

«Wir haben die Chancenverwertung nicht verwertet.»

Diese Worte scheinen die Gäuer, in Person von Horath, jedoch nicht ernst genommen zu haben. Bereits in der ersten Minute der zweiten Halbzeit verpasste er die erneute Führung. Die Intensität nimmt sichtlich zu. Stockschläge hier, Checks dort, Jäggis Brille irgendwo und wütende Schreie vom Captain Flury überall. Nur der Schiedsrichter schien das Ganze ruhige anzugehen. All das spiegelt sich auch im Spiel wieder, es gibt viel weniger Torszenen und wenn es zu Schüssen kommt, sind diese aus der Ferne. Meistens sind diese harmlos, aber manchmal finden sie auch den Weg ins Tor. Wie beim 1:2 für die Pinguine, da bleibt Hürlimann nur das nachschauen. Aber die Gäuer lassen sich nicht unterkriegen und können prompt reagieren. Jäggi, der für den angeschlagenen Flury ins Spiel gekommen ist, spielt zu Horath, der zieht an der Bande nach vorne und gleicht erneut aus. Dann geht es weiter wie vorhin erwähnt. Beide Teams wollen durch den Kampf die Führung erzwingen. Die Pinguine scheinen es aber doch ein bisschen mehr zu wollen, nach einer unübersichtlichen Aktion vor Hürlimanns Tor landet der Ball plötzlich im Netz. Nur wenige Momente später zappelt der Ball schon wieder hinter unserem Torwart. Hürlimann hat heute einen schweren Stand, trotz unzähligen Grosschancen, wir reden dabei von insgesamt 38 Saves (!), muss seine Mannschaft wieder einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Studer reagiert! Er stellt auf zwei Linien um und will wenigstens noch einen Punkt holen. Die Gäuer versuchen in den letzten Minuten noch einmal alles, schmeissen alles nach vorne, doch ohne Erfolg. Nach einer starken Leistung über beide Spiele muss man sich trotzdem geschlagen geben. Schlussendlich fehlte es an der Chancenverwertung und in der zweiten Hälfte des zweiten Spiels an der fehlerhaften Defensivleistung. Insbesondere die zweite Linie wirkt instabil, mit Häfeli haben sie zwar offensiv eine Verstärkung erhalten, aber hinten fehlt Bürgi ungemein. Doch am Ende des Tages muss man sagen, dass wir heute die mit Abstand stärkste Leistung des Unihockey Kestenholz-Niederbuchsiten gesehen und wir hoffen, dass wir das in den kommenden Monaten öfters zu sehen bekommen.

Trotz den heutigen beiden Spielen bleiben Fragen. Zwar war die Leistung über weite Strecken überzeugend, doch heute stand auch Studer an der Seitenlinie. Viele Anhänger und auch Experten fragen sich, ob Leuenberger wirklich noch der richtige Coach für die Mannschaft ist. Der Sportchef, Kevin von Arx, äusserte sich folgendermassen zu der Personalie Leuenberger:

«Think Big, sagen die Nordamerikaner. Am Anfang des Erfolges steht der Glaube daran, etwas erreichen zu können. Diese Einstellung ist die Voraussetzung für den Erfolg. Aber es braucht Führungspersönlichkeiten, die diese Einstellung vorleben. Darin liegt die Gestaltungskraft von Trainern. Scheitern ist möglich. Aber nur verzeihlich, wenn alles getan worden ist, um den grossen Erfolg zu erreichen.»

Aber keine Sorge, die Mannschaft steht weiterhin voll und ganz hinter ihrem Coach! Schliesslich will man an der Heimrunde Leuenberger im Anzug sehen und das haben wir heute mit den ersten zwei Punkte in die Wege geleitet!

Line Up:

Tor: Hürlimann, Henzirohs
Linie 1:Uebelhard, Erni, Grütter
Linie 2: Ackermann, Perriard, Häfeli, Ingold
Linie 3: Flury, von Arx, Horath , Jäggi
Abwesend: Bürgi (verletzt), Kohli (abwesend), Kälin (abwesend)

UH Kestenholz – Niederbuchsiten II vs. Unihockey Schüpfheim 7:2
1:1 Ackermann, 2:1 Horath (Flury), 3:1 Uebelhard, 4:1 Häfeli (Ackermann), 5:1 Ackermann (Häfeli), 6:2 Uebelhard, 7:2 Ingold (Perriard)
Strafen: Ackermann 2′ (Hacken), Horath 2′ („Faustkampf“), Flury (Stockschlag)

UHC Pinguin Schütz vs. UH Kestenholz – Niederbuchsiten II 4:2
1:0 Grütter (Uebelhard), 2:2 Horath (Jäggi)